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Lysin
wird in Wasser gelöst. Anschließend wird so lange Lauge zugegeben, bis der isoelektrische
Punkt (pH 9,74) überschritten ist. Stellen Sie die beiden zugehörigen Reaktionsgleichungen
auf.
Begründen Sie
die Löslichkeit der Aminosäuren in Wasser. Zeigen Sie durch geeignete Reaktionsgleichungen,
daß die Aminosäuren sowohl geringe Mengen Säuren als auch Basen puffern können.
In welchen Bereichen sind die Pufferkapazitäten groß, wo sind diese gering?
Der pH-Wert
am isoelektrischen Punkt einer Aminosäure ergibt sich als Mittel der pKs-Werte
der sauren und der basischen Gruppe: pH=(pKs1+pKs2)/2. Begründen Sie diesen
Zusammenhang und berechnen Sie für Alanin den pH-Wert am IEP (pKs1=2,34; pKs2=9,69).
Die
Aminosäure Threonin besitzt zwei asymmetrische C-Atome. a)Zeichnen Sie die möglichen
Formen auf! b)Welche dieser Formen sind enantiomer, welche diastereomer zueinander?
In den Haaren
findet man Keratine mit Faserstruktur. a)Welchen räumlichen Bau weisen solche
Faserproteine auf und wie ist dieser stabilisiert? b)Beim Waschen können am
Haar Wassermoleküle angelagert werden. Erklären Sie, weshalb man nach dem Waschen
den nassen, glatten Haaren neue Formen geben kann (Wellen, Locken)!
Lösung: a)alpha-Helix.
Stabilisierung durch H-Brücken. b)Durch feuchte Hitze Auflösung der Helix (Lösen
der H-Brücken). Trocknen in vorgegebener Form (Lockenwickel) führt zur Bildung
neuer Struktur (H-Brücken).
Zwei Moleküle
L-Serin können auf zwei verschiedene Arten miteinander verknüpft werden. Stellen
Sie dazu die Reaktionsgleichungen auf. Benennen Sie jeweils den Reaktionstyp.
Ein Tripeptid
besteht aus alpha-Aminoethansäure, beta-Aminopropansäure und alpha-Aminopropansäure.
a)Geben Sie die Strukturformel an. Wieviele verschiedene Möglichkeiten der Anordnung
gibt es? b)Geben Sie die Hydrolyse-Reaktion für dieses Peptid an.
Eine Mischung
aus Aminosäuren ergab eine positive Ninhydrin-, Xanthoprotein- und Bleisulfid-Probe.
Bei der Trennung des Gemisches wurden folgende AS gefunden: Cystein, Alanin,
Aminoethansäure, Tyrosin und Tryptophan. Durch welche AS war jeweils der positive
Ausfall der Farbreaktionen bedingt?
Lösung: Alle
AS zeigen die Ninhydrin-Reaktion. Die Xanthoprotein-Reaktion beruht auf der
Nitrierung aromatischer AS, deshalb zeigen Tyrosin und Tryptophan diese Raktion.
Die PbS-Probe ist positiv bei S-haltigen AS (schwarzes PbS), deshalb positiv
bei Cystein.
Gegeben sind
die Aminosäuren Methionin, Alanin und Lysin. a)Die pH-Werte am isoelektrischen
Punkt sind - in willkürlicher Reihenfolge- 6,02; 5,06; 9,74. Ordnen Sie diese
Werte begründet den einzelnen AS zu. b)Durch Elektrophorese sollen die drei
Aminosäuren getrennt werden. Bei welchem der beiden pH-Werte 6 bzw. 4 erhält
man eine bessere Trennung? Begründen Sie Ihre Angabe.
Lösung: a)pH
9,74 für Lysin, da zwei basische Aminogruppen, nur eine saure Carboxilgruppe.
pH 5,06 für Methionin, da der -I-Effekt von S die pKs-Werte erniedrigt. pH 6,02
für Alanin, da gegenüber Met keine induktiven Effekte. b)Bei pH 6: Alanin bewegt
sich nicht. Lysin zur Kathode, Methionin zur Anode. Grund: Lysin bei diesem
pH noch pos. geladen durch NH3(+), Methionin neg. geladen durch COO(-). Bei
pH 4 würden alle drei AS zur Kathode wandern, da überall NH3(+).
Eine Trennung wäre dann nur durch die unterschiedliche Wanderungsgeschwindigkeit
(unterschiedliche Masse) möglich.
Welcher Weg
des Eiweißstoffwechsels wird bei einer Person mit positiver Stickstoffbilanz
(N-Zufuhr über Bilanzminimum) verstärkt beschritten?
Lösung: Bevorzugt
Transaminierungen. Die geringere N-Ausscheidung erklärt sich aus dem Umbau zugeführter
AS in körpereigene AS.
Für die Proteinsynthese
gewinnt der menschl. Körper 80 Prozent der Aminosäuren über eigene Stoffwechselvorgänge.
a)Nennen Sie zwei Vorgänge, die zur Bereitstellung der notwendigen AS führen,
und stellen Sie dazu Reaktionsgleichungen auf. b)Warum müssen die restlichen
20 Prozent der benötigten AS durch die Nahrung zugeführt werden? Erklären Sie
anhand eines Beispiels.
Lösung: a)Hydrolyse
von Körpereiweiß zu AS; Transaminierung mit Asparaginsäure/Glutaminsäure. b)Essentielle
AS müssen zugeführt werden, da im Körper für diese AS keine geeignete Ketosäure
als Vorstufe bei der Transaminierung bereitgestellt werden kann.
Der menschliche
Organismus kann aus bestimmten Ketosäuren entsprechende AS aufbauen und umgekehrt.
a)Stellen Sie anhand einer Reaktionsgleichung dar, welche AS aus 2-Ketopropansäure
synthetisiert werden kann; Reaktionspartner sei 2-Aminopentandisäure.b) Benennen
Sie diesen Stoffwechselweg der AS und geben Sie das dazu notwendige Vitamin
(Coenzym) an. c)Warum ist die Lysin-Synthese im menschlichen Organismus nicht
möglich?
Erklären Sie
die Unterscheidung zwischen glucoplastischen (glucogenen) und ketoplastischen
(ketogenen) Aminosäuren.
Lösung: Wenn
beim Abbau dieser AS nur Acetyl-CoA entstehen kann, ist daraus keine Gluconeogenese
möglich, sondern nur Lipogenese. AS, bei deren Abbau entweder Pyruvat oder eine
Verbindung des Citratcyclus entstehen kann, können in die Gluconeogenese münden
(das sind fast alle AS). Wichtig ist dieser Stoffwechselweg im Hungerstoffwechsel.
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